Getestet, gelesen oder einfach gut gefunden...

Hier wird es zukünftig in loser Folge Erfahrungsberichte und Tipps geben. Immer mal wieder fragen mich Reitschüler, welche Ausrüstung ich empfehle oder welches Buch sie lesen sollen. Ständig gibt es neue Trainingsmethoden und Neuheiten. Ich teste was mir sinnvoll erscheint und empfehle das, was sich für mich als gut erweist. Dass diese Sammlung rein subjektiv ist und keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, versteht sich von selbst...

(Der schönen Rechtmäßigkeit halber: Bei allen Produktnennungen handelt es sich um unbezahlte Werbung.)


Wenn man nur zwei Fachbücher zum Thema Pferd haben dürfte...

... dann wären es diese beiden, jedenfalls für mich. Ingolf Bender fasst wirklich absolut alles zu den Themen Pferdehaltung und -fütterung zusammen und gibt wichtige Anregungen - verbessern kann man sich immer! Und Christin Krischke beschreibt in ihrem Buch eigentlich exakt das, was (wie ich finde) gutes Umgehen mit dem Pferd in jedem Zusammenhang ausmacht. Unbedingt lesen!


Der am schwierigsten zu findende Ausrüstungsgegenstand oder: Der gut sitzende Kappzaum

Für den Kopf eines Isländers einen Kappzaum zu finden, der nicht zu weit oben oder unten sitzt, der gut gepolstert ist und Kautätigkeit ermöglicht, dabei aber nicht verrutscht, ist eine wirklich schwierige Aufgabe. Ich habe inzwischen viele viele Varianten in Longenkursen gesehen und getestet und auch selbst ein paar Fehlkäufe hinter mir. Wirklich überzeugt hat mich das Cavecon von Barefoot. Es passt in der Ponygröße sowohl Hátid als auch dem großen Tilberi (okay, da musste ich noch auf jeder Seite ein Loch stanzen), es sitzt mit dem flexiblen Bügel schön angeschmiegt auf der Nase und verrutscht dank der Form des Physio-Kopfstückes auch dann nur minimal, wenn das Pony sich doch mal ein bisschen mehr in die Leine hängt. Es ist super verarbeitet, sehr schön gepolstert, nicht zu schwer, man kann mit den mitgelieferten Riemchen auch ein Gebiss einschnallen und die Ringe sind so fixiert, dass man sie zwar drehen kann, sie dem Pferd aber nicht ständig an die Nase klappern. Uneingeschränkt empfehlenswert!


Akademische Reitkunst von Bent Branderup

Da meine Pferde sich beide eher schwer damit tun, ihre Hinterhand unterzusetzen, arbeiten wir seit einiger Zeit vermehrt am Schulter- und Kruppeherein. Ein Buch, das mir dabei sehr hilft, ist  Akademische Reitkunst von Bent Branderup. Es erklärt sehr schön, wie das Pferd lernen kann, sowohl mit dem inneren als auch mit dem äußeren Hinterbein mehr Last aufzunehmen. Auch wenn wir es sicher nicht so schnell bis zur Piaffe schaffen werden - das Gleichgewicht meiner Pferde hat sich seitdem deutlich verbessert und die Hinterhand wird aktiver. Das Buch ist eher für Reiter geeignet, die sich schon ein bisschen auskennen und die vor allem viel Geduld mitbringen - es enhält keine Tipps und Tricks für "schnelle Erfolge". Aber es lohnt sich, sich damit zu beschäftigen!


Balance Pads von Thera Band

 

Die Balance Pads sind eigentlich für Menschen gedacht und kommen in drei Härtegraden daher. Ich habe erstmal zwei blaue (mittlere Härte) gekauft um zu testen, ob und wie meine Pferde darauf stehen mögen. Man kann mit einem oder zwei Füßen anfangen, Ziel ist jeder Huf auf je einem Pad.

 

Durch die Flexibilität der Pads müssen die Pferde permanent ausbalancieren und stärken so nicht nur die Muskulatur, sondern verbessern Gleichgewicht und Balanciervermögen. Als lösende und aufwärmende Übung können sie vor dem Reiten eingesetzt werden, im Winter können sie auch schon mal das Reiten ersetzen. Man kann später bei genügend Übung die Schwierigkeit auch noch erhöhen und die Pferde mitsamt Reiter auf die Pads stellen. Wichtig ist, dass man zunächst nur wenige Minuten trainiert - die ungewohnte Bewegung kann Muskelkater verursachen.

 

Meine beiden Pferde genießen das Stehen auf den Pads, besonders Tilberi schläft dabei beinahe ein. Gleichzeitig kann man schön beobachten, wie die Brust- und Schultermuskulatur arbeiten muss. Beide laufen für mein Gefühl nach dem Stehen auf den Pads lockerer und können besser nachgeben. Ich werde weiter testen und berichten.